5. Februar 2008, 19:04 Uhr

Manchmal kann die Welt richtig schön und ruhig sein. Besonders, wenn man sie sich bei Nacht aus ein oder zwei Kilometern Höhe anschaut. Eigentlich sieht man nur zwei Farben: ganz viel schwarz durchzogen von Linien aus orangen Punkten, die sich einem Horizont zum anderen ziehen - in jeder Richtung. An einigen Stellen häufen sie sich und bilden komplexe Strukturen verschiedenster Größen zusammen gesetzt aus einfachen Formen: Kreise, Rechtecke, Sterne… Aus dieser Höhe sieht alles friedlich aus. Nichts scheint sich zu bewegen. Wenn man aber genau hinschaut, bewegt sich doch etwas. Denn zwischen den orangen Punkten bewegen sich weiße Lichter - völlig gleichmäßig und im Einklang miteinander. Ich kann mich kaum satt sehen an dieser Szenerie.

Doch langsam kommt der Boden näher und nach und nach schleichen sich Details in die Szene. Umrisse von Gebäuden, von Autos; Straßen lassen sich nicht mehr nur erahnen, sondern wirklich erkennen. Die Ruhe, die gerade noch vollkommen war, verabschiedet sich langsam und man sieht, mit welcher Geschwindigkeit sich alles vorbei bewegt. Nicht mehr lange, und die Welt sieht wieder aus wie sie nachts immer aussieht und die übliche Hektik schleicht sich wieder ein.

Nach ein paar Sekunden setzt der Flieger schließlich auf und reißt einen endgültig zurück in die Realität. Aber irgendwie schönes Ende für einen anstrengenden Tag.

29. Januar 2008, 00:52 Uhr

Mittwoch, 3:30 Uhr morgens…. oder besser nachts. Eigentlich war es auch egal welcher Tag war. 3:30 Uhr ist einfach nur viel zu früh. Und ich hatte auch noch Urlaub. Aber gut, was nimmt man nicht alles auf sich…
Grad mal eine halbe Stunde saßen wir auch schon im Auto auf dem Weg zum Flughafen. Noch ein paar Stunden später und ein paar hundert Kilometer westlich stiegen wir aus einem Bus, mitten in die Rushhour an der Liverpool Street Station, London.

Die Hektik in dieser Stadt ist einfach unglaublich. Jeder schien es eilig zu haben irgendwo hinzukommen. Wir standen erstmal nur da, sogen die Atmosphäre in uns auf und überlegten erstmal, was wir eigentlich machen wollten. Der eigentliche Grund unseres Besuchs begann erst 11 Stunden später. Über die Zeit bis dahin hatten wir uns noch nicht allzu viele Gedanken gemacht. Nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten, einen brauchbaren Stadtplan zu finden, nahmen wir die nächste Rolltreppe abwärts in den Londoner Untergrund… also die Tube :-)

Erstes Ziel: Buckingham Palace. Erster Eindruck: “Was ist das denn für ein hässlicher Klotz!?” Ich war zwar vorher schon mal hier, aber irgendwie hatte ich das Gebäude doch etwas prunkvoller in Erinnerung. Vielleicht lag es einfach nur am Wetter (alles grau, wie üblich), aber das Ding sah nicht wirklich schön aus. Unser Braunschweiger Schloss macht da schon irgendwie mehr her. Na gut, das ist auch grad erst ein paar Monate alt. Aber trotzdem… vom Wohnsitz der Queen hatten wir uns eigentlich mehr versprochen.

Von dort aus gings erstmal zu Fuß weiter.. grob Richtung Hyde Park. Der Park interessierte uns im Moment aber nicht. Unser Ziel hieß Brompton Road, Knightsbridge und nach einer kurzen Stärkung und dem ersten von vielen Tassen und Bechern Kaffee an diesem Tag gings zum Schaufenster-Bummel. Erst hier, und danach in der King’s Road in Chelsea.
War soweit eigentlich ganz nett, aber irgendwie nicht so ganz das, was wir wollten.

Also suchten wir uns eine andere Ecke: Camden Town. Ich will gar nicht so viele Worte darüber verlieren. Aber ich glaub kein London-Besuch ist komplett ohne dass man hier über die Märkte gewandert ist und ein wenig gestöbert hat.

Von hier aus ging es zurück Richtung Themse. Vom Leicester Square mit einem kleinen Abstecher nach China Town zum Westminster, über den Fluß, vorbei am London Eye und schließlich zur Waterloo Station. Hübscher kleiner Spaziergang, und er hat auch ein paar schmerzhafte Spuren an meinen Füßen hinterlassen.

Der Abend brach langsam an, und es wurde Zeit für unser eigentliches Ziel: The Shaw Theatre. Ein hübsches, nicht allzu großes Theater zwischen Euston und King’s Cross, in dem der Held meiner Begleitung (naja, eigentlich war ja ich die Begleitung) heute sein Auftaktkonzert geben würde: Boy George. So wirklich was anfangen konnte ich ja mit seiner Musik nie. Aber schlecht war es trotzdem nicht; der alte Mann hat noch ganz gut was drauf :-) Und als er dann seine Klassiker zum Besten gab, kannte sogar ich den Text.

Auch das Konzert war mal zu Ende und es galt noch ein paar Stunden tot zu schlagen. Man sollte meinen, dass sei in London nicht so schwierig. Aber wenn man sich vorher keine Gedanken darüber macht, sind die Optionen relativ dünn. Nach ein bisschen Hin- und Herüberlegen haben wir uns dann entschlossen, die restliche Zeit am Flughafen zu verbringen. Nach 20 Stunden auf den Beinen überkam uns dann doch so langsam die Müdigkeit. Leider waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee. In der gesamten Flughafenhalle waren so ziemlich alle Sitzgelegenheiten belegt. Irgendwo haben wir dann doch noch eine Ecke gefunden, in der wir uns ein wenig lang machen konnten, aber an Schlaf war nicht wirklich zu denken.

Nach fünf scheinbar endlosen Stunden machten dann endlich die Check-in Schalter auf und noch ein paar Stunden später saßen wir schon wieder im Flieger Richtung Heimat.

24 Stunden London. Irgendwie werden die Besuche immer kürzer. Beim ersten Mal waren es noch fünf Tage, beim zweiten Mal immerhin noch ein Wochenende. Mal schauen wann es mich das nächste Mal dahin verschlägt. Aber eigentlich wollte ich mir ja zuerst noch ganz andere Städte anschauen.

20. Januar 2008, 19:01 Uhr

Auf den allerersten Blick sah es eigentlich harmlos aus. Ich bin eines schönen Morgens so etwa vor einem halben Jahr morgens aufgestanden und musste feststellen, dass mein Server nicht erreichbar war. Da das aber schon hin und wieder mal vorgekommen war, hab ich mir erstmal nichts weiter dabei gedacht und bin zur Arbeit. Aber als ich abends zurück kam, lief immer noch nichts… und da fing ich mir an, langsam Sorgen zu machen. Naja, um die Geschichte ein wenig abzukürzen: es war alles weg: Webseiten, E-Mails, die gesamte Konfiguration… einfach alles.  Backups? Nein, natürlich nicht. Zumindest nichts, was irgendwie brauchbar gewesen wäre.

Mehrere Monate und ein Server-Umzug später hab ich nach Weihnachten dann mal angefangen, auch die Webseiten wieder herzurichten und bei der Gelegenheit gleich mal technologisch etwas aufzurüsten, also aktuellere Version und ein Theme (diesmal kein eigenes) mit ein paar Spielereien. Ganz fertig bin ich noch nicht, aber weit genug um die Blindtexte, die die letzten Wochen hier zu sehen haben endlich mal durch den ersten echten Eintrag zu ersetzen.  Der Rest folgt in den nächsten Wochen, je nach dem, wie ich Zeit und Lust habe…